Ausfahrt zur Gedenkstätte Hadamar am 07.06.26

23.06.26

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Die KW Frankfurt am Main hatte eingeladen für eine Ausfahrt zur Gedenkstätte Hadamar. Ein Tag mit Kontrastprogramm. Bei schönem Wetter begaben sich elf Motorräder mit 13 Menschen an Bord, auf einer gut ausgearbeiteten Route nach Hadamar. Neben kleinen Störungen wie Straßensperrungen oder streikende Mopeds, ein harmonisches Fahren durch schöne Landschaften mit ausreichender Kurvenlage.

In Hadamar bei der Führung dann Beklemmung. Sehr anschaulich wurde uns über die Euthanasie Tötungsanstalt Hadamar erzählt. Gerade die Darstellung wie Grenzverschiebungen in der Gesellschaft verlaufen, heute wieder wie damals während der Nazizeit, um bestimmte Bevölkerungsgruppen zum „Anderen“, zum „Niederen“, zum Auszugrenzenden zu erklären, ist beklemmend. Dies hat niemanden von uns unberührt gelassen.

Die Euthanasie haben die Nazis nicht erfunden, hierzu gab es schon 1920 ein Buch und die Absicht, aber sie haben diese Tötungsmaschinerie perfektioniert. Es begann mit Zwangssterilisationen von Ausgegrenzten, die als Belastung der Gesellschaft eingestuft wurden, und ging über zu systematischem Mord durch Gas. Angeordnet und organisiert aus Berlin, verbrämt als „Gnadentod“ für lebensunwerten Lebens. In den Euthanasie-Tötungsanstalten haben Nazis ihr Handwerk gelernt, die später z.B. in Polen systematisch Millionen jüdische Menschen in den KZ’s vergast haben. Als die Bevölkerung und die Angehörigen der Opfer anfingen, Fragen zu stellen, als immer sichtbarer wurde, dass es sich bei dem Gebäude in Hadamar nicht um eine Heil- und Pflegeanstalt handelt, wurde die Vergasung durch Kohlenmonoxyd eingestellt. Aber damit endete das Töten nicht.

Es gab zwar wieder eine Belegung mit Betten, aber jeden Morgen entschieden ein Arzt und eine Oberschwester welche Menschen diesen Tag nicht überleben werden. Statt Gas wurden dann Giftspritzen eingesetzt. Die Betroffenen waren bei weitem nicht nur Menschen mit Krankheiten oder Einschränkungen, sondern auch Zwangsarbeiter*innen, Menschen, die versuchten sich umzubringen, Menschen, die gegen Hitler laut wurden, verletzte ehemalige Soldaten, sogenannte Asoziale usw. usf.

Alle Einzelheiten aufzuzählen, würde den Bericht hier sprengen. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Ärzte und Pfleger, die nach dem Krieg sowieso nur zu relativ geringen Strafen verurteilt wurden, alle in der BRD im Gesundheitssystem weiter arbeiten weiterarbeiten durften. Die den Ermordeten zur Forschung entnommenen Gehirne wurden noch bis in die Siebzigerjahre zur Forschung verwendet. Und auch wenn manche der Opfer von Zwangssterilisation kleine Entschädigungen erhielten, wurden sie erst im JANUAR 2025 als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt.

Ein Ausflug der es in sich hatte.

Wir sehen mit Spannung auf die geplante Tour am 13. September 2026 nach Hirzenhain.

Eine Teilnehmerin